„Dem Nächsten helfen“ war schon 1851 der Antrieb für die Gründung der St. Vincentius-Kliniken und des Diakonissenkrankenhauses.
Aus diesem Fundament christlicher Nächstenliebe und bester medizinischer Versorgung wurde ein Langzeitprojekt. Heute arbeiten wir in den ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe noch immer nach den gleichen Idealen.
Die sozial engagierte Karlsruherin Amalie Baader und der Kaplan der Pfarrei St. Stephan, Franz Xaver Höll, gründen am 29. Januar 1851 den St.-Vincentius-Verein. Ihr Ziel: Sich aus dem Impuls christlicher und sozialer Verantwortung heraus um die Armen und Kranken der Stadt zu kümmern. Zu der Zeit hatte Karlsruhe 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Noch im ersten Jahr der Aufnahme ihrer Tätigkeit – heute würde man von ambulanter Krankenpflege sprechen – zeichnete sich ab, dass die Betreuung der Kranken den Betrieb eines Krankenhauses erforderte.
Am 20. August 1851 erhält der Verein die Genehmigung, ein Krankenhaus in Karlsruhe zu bauen und zu betreiben. Doch die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltet sich schwierig. Schließlich nimmt das neue St. Vincentius-Krankenhaus am 1. Januar 1854 in der Spitalstraße 31 seine Arbeit auf. In dem Gebäude befinden sich 16 Zimmer sowie ein Saal mit fünf Fenstern, der zu einer Kapelle umgebaut wurde.
Nach Süden hin schließt sich ein kleines Gärtchen an. Amalie Baader übernimmt selbst die Krankenhausverwaltung – in der Pflege unterstützt von Ordensschwestern der „Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul“. Sieben Jahre später kann der Verein südwestlich vom Karlstor ein neues Krankenhaus bauen und in Betrieb nehmen – genehmigt vom Großherzog Friedrich dem I.
Zwei Jahre nach Kriegsende kommen 1947 drei Ordensschwestern aus dem Mutterhaus der Dominikanerinnen zu Neusatzeck nach Karlsruhe.
In der Eisenlohrstraße wird in der zerstörten Villa der Brauerei Sinner eine provisorische Frauenklinik errichtet. 1954 beschließen die Dominikanerinnen das Haus zu kaufen und 10 Jahre später kommt noch die Frauenklinik von Dr. Stahl in der Weinbrennerstraße dazu. Der Bedarf ist groß und 1965 beginnt die Leitung des Ordens eine neue Frauenklinik zu bauen. 1976 wird die St. Marien-Klinik in der Edgar-von-Gierke-Straße eingeweiht.
2006 gibt der Orden das Krankenhaus an die St. Vincentius-Kliniken ab. Anschließend zieht auch die hauseigene Frauenklinik aus der Südendstraße in das neue Gebäude.
Am 1. Advent 1851 wird die Ev. Diakonissenanstalt Karlsruhe mit dem Wahlspruch „Alles und in Allem Christus“ feierlich eingeweiht. Fünf Schwestern werden zum Amt und Dienst als Diakonisse eingesegnet. Sie versehen im Krankenhaus am Mühlburger Tor mit zunächst zwölf Betten ihren Dienst und erhalten dort die praktische Ausbildung. Angeboten wird eine „wirksame Krankenpflege, die im lebendigen Christentum wurzelnd, Geist, Seele und Leib gleichermaßen im Auge hat“.
Die Diakonissen bauen ein Krankenhaus
an neuem Standort.
1931 erfolgen Spatenstich und Grundsteinlegung für einen Neubau in Rüppurr für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit innerer, chirurgischer, orthopädischer, geburtshilflicher und frauenheilkundlicher Medizin. Denn mitten in der Stadt gibt es keine Möglichkeiten zur Erweiterung für das bisherige Krankenhaus.
1964 werden beide Standorte zusammengeführt. In Karlsruhe-Rüppurr entsteht neben dem Neubau des Diakonissenkrankenhauses das Mutterhaus
mit einer Kapelle für Schwestern sowie Patientinnen und Patienten.
Bis heute leben Diakonissen und Mitglieder der Diakoniegemeinschaft im Mutterhausbereich, in einem Stockwerk des neugebauten Rudolf-Walter Hauses, zusammen.
Aus dem Zusammenschluss der St. Vincentius-Kliniken mit dem Diakonissenkrankenhaus entstehen 2016 die ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe. Übrigens: Der Name ViDia ist eine Verbindung der bestehenden und in der Region etablierten Namen „Vincenz“ und „Diak“.
Der Neubau in der Steinhäuserstraße
Am Standort Steinhäuserstraße entsteht ab 2016 ein Klinikneubau, der im Januar 2022 bezogen wird. Hier werden die Klinik für Orthopädie aus der Steinhäuserstraße (Altbau), die Kliniken für Unfallchirurgie aus der Südendstraße, die Wirbelsäulentherapie aus der Diakonissenstraße sowie die HNO-Kliniken aus Vincentius- und Diakonissenkrankenhaus zusammengeführt.
Zudem ziehen die Akutgeriatrie aus Rüppurr sowie das Institut für Pathologie aus der Südendstraße 37 in den Neubau. Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie sowie die Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin sind als standortübergreifende Kliniken ebenfalls im Neubau vertreten.